Donnerstag, 19. September 2013

Kein Internet für die Maria

Zu allererst tut es mir erst mal leid, dass ich in den letzten Tagen so wenig geschrieben habe. Unser Internetstick führt irgendwie ein Eigenleben, das wir nicht zu verstehen scheinen. Anfangs ging es beinahe problemlos, dann nur noch auf Thalias PC und schließlich gar nicht mehr. Als wir in Telawi waren, mussten wir quasi Internet schnorren, da es der erste Schultag war und alle Jungs anschließend Spielchen in den Internetcafés spielen mussten. Wir waren dann mal so dreist, das Internet des örtlichen „Amt-für-alles-und-nichts“ mitzubenutzen, um unsere E-Mails abzurufen – unter den tadelnden Blicken der Putzfrau versteht sich. Das Amt passt perfekt in die Stadt, welche in den letzten Jahren herausgeputzt wurde und nun als Vorzeigestadt der Region herhält (so wurde es mir zumindest berichtet). Es ist moderner als alle Ämter, die ich in Deutschland je besuchen durfte, es besitzt Hightech-Fotoapparate, Wi-Fi, einen Wasserspender und die wohl saubersten Toiletten der Stadt. Auf dem Basar geht es da schon ganz anders zu – auf der einen Seite wird gerade ein Schwein zerteilt, auf der anderen ist ein Haushaltswarenstand und gleich daneben werden diese „Fruchtwürste“ mit Nussfüllung angeboten. Als wir Mädels letzten Sonntag nach Telawi getrampt waren, haben wir dort auch noch den halben Stoffladen aufgekauft. Seit die schweizer Familie da war, haben wir nämlich eine neue Nähmaschine .. und einen Truck (für was wir den benutzen können, weiß ich allerdings noch nicht so genau). Ich hatte die Idee, Taschen für den Markt zu entwerfen und schließlich auch zu nähen. Mal schauen, ob das klappt, ich wäre zumindest sehr froh darüber. Das Trampen hier ist übrigens sehr einfach und sehr effizient – da man sich nicht gut verständigen kann und die Georgier sehr gastfreundlich ist, fahren einen die meisten bis ans gewünschte Ziel, auch wenn man ihnen vorher klar machen wollte, dass das nicht notwendig sei. Außerdem passiert es nicht selten, dass irgendeiner der Insassen eine deutschsprachige Person kennt, die er sogleich anrufen muss, um mir danach den Telefonhörer in die Hand zu drücken. Selbiges ist uns auch beim ersten (und einzigen) Mal passiert, als wir in das nächst größere Dorf gelaufen sind. Der Typ, der am Tag vorher in unserem Garten verweilte und mir, als ich ihm meine Hilfe anbieten wollte, alle Gemüsesorten zeigte, kam vorbei uns rief einen Bekannten an. Wir wollten eigentlich nur ein bisschen Wein und Milch kaufen und hatten unser Ziel eigentlich auch schon erreicht, deshalb unterhielt ich mich einfach mit dem Telefonkontakt, welcher wie sich später herausstellen sollte sehr oft bei uns verweilt. Ich habe allerdings nicht begriffen wer der hilfsbereite Typ mit den blauen Augen und dem roten Auto ist, auch nicht als Ruslan irgendetwas von wegen Bürgermeister am Telefon sagte. Erst Tage später stellte mir Jean-Jacques ihn (an diesem Tag mit einem Nemo-Shirt bekleidet) als den Bürgermeister vor. Die Sache war uns dann doch ganz schön peinlich .. das auf dem Foto sind übrigens Sandrine und ich in unserem neuen Stammcafé in Telawi (ja, ich musste meinem Kopf etwas Luft verschaffen, habe aber auf die Ratzeputz-Version verzichtet).

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