Heute haben wir frei und das ist auch bitter nötig – nach dieser arbeitsreichen Woche, in der wir das Unkraut auf den Feldern verbrannt, Früchte eingemacht, Salat, Spinat und Mangold gesät, Salate pikiert und viel diskutiert haben. Zudem war gestern mein erster Tag in der Bäckerei. Das heißt eigentlich früh aufstehen, doch JJ war (wie eigentlich immer) spät dran, deswegen durfte ich mir die Zeit noch mit anderen Dingen verplempern. Danach ging es mit dem Feuern des Ofens los. Es folgen das Zerteilen und Wiegen des Teiges, der danach von JJ gespannt und anschließend auf ein Tuch gereiht wird. Ferner muss der Ofen von Glut und Asche befreit werden. Weiter geht es mit dem Formen der Brote, die danach ein Muster verpasst kriegen (pflanzenähnlich). Ab in den Ofen damit! Zwischendurch müssen selbstredend noch die Bretter und Arbeitsflächen gesäubert und das überschüssige Mehl gesiebt werden. Es ist soweit, die Brote sind fertig. Sie werden herausgeholt und von etwaigen Kohleresten befreit. Kiste bereitstellen und ab dafür. Und weil es so schön war, das Ganze noch einmal! Die Arbeit in der Bäckerei ist nicht besonders anstrengend, doch ist es schwierig, sich alle Schritte genau einzuprägen und alles akkurat auszuführen. Es war ein langer Tag, an dem ich endlich mal miterleben durfte, wie das Brot, welches wir täglich genießen dürfen, entsteht. Ok, ich schweife eindeutig ab – wollte ich euch doch eigentlich von unserem freien Tag erzählen! Nach einem sehr ausgedehnten Frühstück ging es los, in Richtung Pankisital. Sechzig Kilometer durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Zum ersten Mal war ich in einem Dorf, das hauptsächlich von Tschetschenen bewohnt wird und der Unterschied zu den anderen georgischen Dörfern war selbst für mich als Auswärtige sofort erkennbar. Die Menschen dort scheinen reicher zu sein, die Straßen sauberer und die Männer bärtiger. Letzteres wiederum hängt wohl damit zusammen, dass die Menschen hier zum Großteil muslimischen Glaubens sind (die meisten Georgier sind orthodoxe Christen). Das Pankisital ist schön, doch auch vor diesem scheinbar weit abgelegenen Ort hat das zivilisatorische Treiben der Menschen keinen Halt gemacht, ach was sage ich die Globalisierung! Hier, gleich neben dem Naturschutzgebiet wurde ein, von Chinesen betriebenes Wasserkraftwerk, hingepflastert. Wenigstens haben sie für gemütliche Pausen vorgesorgt – hier seht ihr uns auf dem Bett neben dem chinesischen Wasserkraftwerk im Pankisital thronend.
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