Am Montag war es mal wieder soweit – jede Menge Gäste, die es zu bewirten galt. Doch diesmal waren wir vorbereitet, denn zur Abwechslung wussten wir über diesen Umstand schon einige Tage im Voraus Bescheid. So wurde das schlecht ausgebildete Hilfspersonal (Thalia und ich) schon am Tag vorher extra aus der Hauptstadt eingeflogen äh naja mit der Maschutka nach Alvani gebracht (diesmal ohne alten Laberonkel und auch ohne den Umstand, zwischen einer Mutter mit Kind und einem steinalten Mann eingequetscht zu sein). Serviert wurde ein 3-Gänge-Menü, bestehend aus einer Gemüsesuppe, einem Wodka-Fenchel-Risotto (die Betonung lag diesmal wirklich eher auf dem Wodka, bei dem es sich eigentlich Ruslands selbstgebrannten „Chacha“ handelte), Salat und einem improvisierten Kuchen. Zu Gast waren diesmal erfahrene Leute aus der Bio-Kosmetik-Branche. Außerdem weitere Personen, die über viel Erfahrung im bio-dynamischen Garten- und Landbau verfügen und wahrscheinlich bald nach Argokhi ziehen werden. Später verlagerten wir die Runde in ein anderes Haus, wo ein Vortrag von Jonas (ein anderer Freiwilliger, der bei der Ethik-Bank in Tiblisi arbeitet) und einem Georgier folgte. Letzterer begleitete nämlich ein Projekt hier in Argokhi, welches nun erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Zusammen mit Leuten aus dem Dorf wurde Calendula biologisch angebaut, getrocknet und schließlich vermarktet. Nun wurde Resümee gezogen, über die Zukunftsaussichten der beteiligten Dorfbewohner im Bereich des Anbaus von Bio-Kräutern gesprochen und Torte gegessen (an der wir bis heute zehren). Die Relevanz der ganzen Unternehmung besteht darin, den Menschen neue Perspektiven zu bieten. Denn bis jetzt bauen viele Familien auf ihren Ackerflächen, wenn sie diese überhaupt bewirtschaften, ausschließlich Melonen an, die sie dann nur zu einem Schleuder-Preis weiterverkaufen können. Das Gespräch sollte ihnen dabei helfen, Kontakte mit deutschen Abnehmern zu knüpfen und zu verstehen, dass diese vertrauenswürdig sind und für Produkte von guter Qualität zuverlässig und entsprechend gut zahlen. Ich bin gespannt, was passiert und ob überhaupt etwas passiert. Auf dem Bild seht ihr übrigens die Experten beim Begutachten der Versuchsfläche und drumherum die bunt gefärbten Blätter von Weinreben und Kaki-Bäumen. Es gibt ihn hier doch, den Herbst (auch wenn uns vorher Gegenteiliges berichtet wurde).
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